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Recht / Zivilrecht 
Montag, 06.04.2020

Offensichtlich fehlerhafte Stromrechnung - Einwand gegen Einstellung der Stromversorgung gerechtfertigt

Eine Stromrechnung ist offensichtlich fehlerhaft, wenn der Stromverbrauch eines Verbrauchers im Vergleich zu den Vorjahren um ein Vielfaches gestiegen ist. Dem Strombezieher stehe dann gegen die Einstellung der Stromversorgung ein Einwand nach der Stromgrundversorgungsverordnung zu. Das entschied das Landgericht Koblenz (Az. 13 S 33/19).

Ein 80-Jähriger und seine Ehefrau bezogen von einem Stromversorger im Rahmen der Grundversorgung Strom. In den Jahren 2006 bis 2017 lag der jährliche Stromverbrauch des Beklagten jeweils zwischen etwa 5200 und 9900 kWh. Im Zeitraum vom 14.02.2016 bis 26.07.2016 rechnete die Klägerin plötzlich einen Stromverbrauch von 56.164 kWh ab, baute den Zähler aus und vernichtete diesen. Der neu eingebaute Zähler wies im Zeitraum vom 26.07.2016 bis 02.03.2017 einen Verbrauch von 13.565 kWh auf. Der Stromversorger forderte von dem Ehepaar einen Gesamtbetrag von 17.776,14 Euro.

Das Gericht wies die Klage des Stromversorgers ab. Ein berechtigter Einwand sei hier gegeben, da eine ernsthafte Möglichkeit eines offensichtlichen Fehlers der Rechnung vorliege. Hinsichtlich des Stromverbrauchs im Zeitraum vom 14.02.2016 bis 26.07.2016 sei im Vergleich zu den Vorjahren ein solcher offensichtlicher Fehler zu sehen. Der Umstand, dass der Stromversorger den alten Zähler verschrottet habe und sich dadurch die Möglichkeit einer Prüfung der Ablesevorrichtung genommen habe, wurde ebenfalls zu seinen Lasten berücksichtigt.

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